Geheimtipp Ackermann schlägt den Etablierten ein Schnippchen

Radsport – Deutsche Meisterschaften in Einhausen.
v. l. Die Medaillengewinner bei der DM: John Degenkolb/ Trek/ Zweiter, Pascal Ackermann/ Bora hansgrohe/ Erster und damit Deutscher Meister, Maximilian Walscheid/ Sunweb/ Dritter Foto: Jürgen Pfliegensdörfer

Äußert spannend verlief das Highlight der diesjährigen Deutschen Radsportmeisterschaften beim Elite-Rennen. Der hoch gehandelte Pascal Ackermann, der in dieser Saison bereits bei der Tour de Romandie und beim Critérium du

Dauphinéjeweils eine Etappe gewann, sorgte im mitreisenden Zielsprint für den Sieg und landete damit vor John Degenkolb. Den dritten Platz holte sich Maximilian Walscheid vom Team Sunweb, der sich jedoch im Zielsprint behindert fühlte und sein Team einen Protest anmeldete. Dem wurde jedoch nicht stattgegeben, damit stand der Erfolg des Shotinsstars Pascal Ackermann nicht im Wege. Doch bis es zum Zielsprint kam, wurde den 198 gemeldeten Startern eine enorme Energieleistung abverlangt. Die Hitze auf dem heißen Asphalt war sichtbar, das Thermometer zeigte Temperaturen von über 30 Grad. Da wurde jede Passage im Jägersburger Wald mit Freude vom Fahrerfeld angenommen, doch auch die vielen Zuschauer an der Strecke und an der Zielgeraden suchten jedes Stück Schatten. An den drei Veranstaltungstagen fanden etwa 5000 Zuschauer den Weg zur Meisterschaft. Das Rennen begann mit der schnellsten der 19 Runden. Den Preis für die schnellste Runde holte sich übrigens Jonas Rutsch vom Team Lotto Kern-Haus. Der Erbacher erhielt aus den Händen von Dr. Christian Sälzer, einen radverrückten Zahnarzt aus Einhausen, einen Scheck über 1000 €.

Das Rennen selbst verlief ähnlich wie das gestrige Damenrennen. Schnell setzte sich eine mehrköpfige Ausreißergruppe vom Hauptfeld ab und fuhr einen ordentlichen Vorsprung heraus. Im Fahrerfeld hielten sich alle genannten Favoriten auf. Es wurde jedoch schnell deutlich, das die Ausreißer ohne Chance blieben, denn es wurde im Hauptfeld immer ordentlich Tempo gemacht. Zwei Runden vor Schluss war der Vorsprung fast aufgebraucht und jeder konnte sich auf einen packenden Zielsprint einstellen. Nach 228 gefahrenen Kilometern und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 46 km/ h reckte der 24-jährige die rechte Hand zum Zeichen des Sieges in die Höhe und konnte damit seinen sportllich bisher herausragensten Erfolg feiern.

Vor dem Hauptrennen fanden übrigens die ersten Deutschen Team-Jedermannmeisterschaften statt. Aus lokaler Sicht war dies ein toller Erfolg, denn das Mixedteam der SSG Bensheim holte den Titel. (pfl)

Quelle: Jürgen Pfliegensdörfer