Simpson: „Dürfen nicht in Ehrfurcht erstarren“

Mannheims Trainer Sean Simpson  bei der Pressekonferenz der Adler Mannheim. Foto © PIX-Sportfotos *** Foto ist honorarpflichtig! *** Auf Anfrage in hoeherer Qualitaet/Aufloesung. Belegexemplar erbeten. Veroeffentlichung ausschliesslich fuer journalistisch-publizistische Zwecke. For editorial use only. (PIX-Sportfotos/Michael Ruffler)

Mannheims Trainer Sean Simpson bei der Pressekonferenz der Adler Mannheim. Foto © PIX-Sportfotos *** Foto ist honorarpflichtig! *** 

Der Ernst des Lebens beginnt wieder: Nach rund drei Wochen Training und vier Vorbereitungsspielen starten die Adler am Donnerstag mit der CHL-Partie gegen HV71 (18.30 Uhr,

live auf sport1.de, im Webradio und per Ticker) in die Spielzeit 2017/18. Trainer Sean Simpson blickt kurz vor dem Auftakt noch einmal auf die Pre-Season zurück, erklärt die Bedeutung der CHL für Mannheim und gibt einen ersten Ausblick auf die anstehende DEL-Saison.

Sean, mit dem CHL-Spiel heute Abend gegen HV71 startet die Saison 2017/18 endgültig. Wie fällt rückblickend dein Fazit zur Vorbereitung aus?

Ich bin wirklich sehr zufrieden damit, wie die Jungs aus der Sommerpause zurückgekehrt sind. Alle kamen fit und motiviert nach Mannheim. Entsprechend engagiert waren die ersten Trainingseinheiten. Unsere Spiele waren ganz okay, wie ich finde. Alles in allem können wir bislang zufrieden sein.

Es gab nur wenig Veränderungen am Kader im Vergleich zur Vorsaison. Siehst du das als einen Vorteil an?

So wenig Veränderungen gab es gar nicht. Das sieht nur auf den ersten Blick so aus. Zum einen haben wir einfach schon während der letzten Spielzeit einige Neuzugänge dazu bekommen. So spielen Luke Adam, Thomas Larkin, Carlo Colaiacovo ihre erste komplette Saison für die Adler. Daneben haben wir mit Devin Setguchi, Chet Pickard, John Rogl und Phil Hungerecker vier neue Jungs dazu bekommen. Und man darf bei dieser Rechnung auch die Abgänge nicht vergessen. Sicher konnten wir den Großteil zusammenhalten, aber das war gewollt. Schließlich haben wir eine fantastische Hauptrunde gespielt und hatten dann einfach ein unglückliches Spiel sieben. Das kann im Eishockey immer passieren.

Wirst du die neue Saison mit derselben Taktik angehen wie in der vergangenen?

Ich halte schon immer an meiner Taktik fest. Ich habe meinen Coaching-Stil, so wie jeder andere Trainer auch. Den ändert man nicht von Jahr zu Jahr, zumal ich damit durchaus erfolgreich war. Das, was die Fans in der letzten Saison zu sehen bekommen haben, bekommen sie auch dieses Jahr wieder zu sehen. Kleinere Anpassungen werden wir sicher vornehmen, aber grundsätzlich werden wir nicht viel verändern, dazu gibt es einfach keinen Grund.

Mit Jochen Hecht hast du einen neuen Co-Trainer an deiner Seite. Wie klappt die Zusammenarbeit mit ihm?

Jochen macht einen großartigen Job. Für uns ist er eine gute Wahl und das nicht nur, weil er aus Mannheim kommt und hier eine absolute Identifikationsfigur ist. Er kennt das Umfeld, weiß wie in Mannheim gearbeitet wird. Er hat die Erfahrung aus fast 900 NHL-Spielen. Er hat in vielen Spielsituationen auf dem Eis gestanden, unter einigen Trainern gespielt und viele verschiedene Systeme kennengelernt. Er passt perfekt zu uns und ist auch für die Mannschaft die richtige Wahl.

Wie muss man sich den Tagesablauf eines DEL-Trainers vorstellen. Wie sieht ein üblicher Arbeitstag von dir aus?

Wenn du Trainer einer Mannschaft auf solch einem Level wie die Adler bist, dann ist das ein 24-Stunden-Job. Deine Gedanken kreisen immer um das Team, du fragst dich immer, was man verbessern kann. Jeden Morgen fahre ich früh zur Arena, bereite die On- und Off-Ice-Einheiten vor, kläre Meetings ab und stehe bei Presseanfragen zur Verfügung. Daneben gibt es jede Menge Videostudium. An Spieltagen kommt die spezielle Vorbereitung auf den Gegner dazu. Mental bist du die gesamte Saison über ausschließlich bei deinem Team. Deswegen ist es auch so wichtig, in den Sommermonaten Abstand zu gewinnen und den Kopf frei zu bekommen.

Bevor die DEL ihren Spielbetrieb aufnimmt, bestreiten die Adler vier CHL-Partien. Welchen Stellenwert schreibst du der Champions Hockey League zu?

Ich bin ein Fan der CHL. Es ist eine Ehre, sich mit den besten Teams Europas messen zu dürfen und für Mannheim ist es eine tolle Gelegenheit, sich zu verbessern, mit der gewonnenen Erfahrung zu wachsen. Mit Zürich habe ich damals die CHL gewonnen, das war ein tolles Erlebnis. Ich gehe davon aus, dass die schwedischen und finnischen Teams wieder zu den Favoriten zählen. Daneben verfügen die Schweizer Clubs über starke Kader. Für uns und die anderen deutschen Vertreter München und Wolfsburg wird es aber darum gehen zu zeigen, dass auch wir in Deutschland gutes Eishockey spielen und ich finde, dass alle drei Mannschaften auch das Zeug dazu haben.

Wie siehst du die Rollenverteilung vor dem Spiel gegen den schwedischen Meister heute Abend?

Wir sind in diesem Vergleich sicher der Außenseiter. Wir haben Respekt vor HV71, dürfen aber nicht in Ehrfurcht erstarren. Wir starten auswärts, was uns ein wenig den Druck nimmt. Wichtig ist, dass wir uns auf das schwedische Eishockey einstellen und ein Mittel dagegen haben. Hierfür haben wir im Training den Fokus daraufgelegt, das Tempo hochzuhalten und schnell unsere Reihen und unsere Special Teams zu finden. Unser Vorteil ist, dass viele Kombinationen möglich sind und wir einen tiefen Kader zur Verfügung haben.

In gut zwei Wochen startet dann die DEL. Welche Erwartungen hast du an die neue Spielzeit?

Die DEL ist wieder ein Stück stärker und ausgeglichener geworden. Viele Teams haben starke Kader zusammen und es wird sicher ein sehr enger Kampf über die kompletten 52 Hauptrundenspiele. Der Punkteabstand zwischen den Clubs wird nicht sonderlich groß sein. Du musst für jedes Spiel bereit sein, für jeden einzelnen Sieg hart kämpfen. Im Vorbeigehen wirst du niemanden schlagen. Für die Fans wird es sicher eine spannende und aufregende Saison werden. Ich persönlich freue mich schon sehr auf unseren Heimauftakt gegen Wolfsburg. Es ist immer etwas Besonderes, vor den Fans in Mannheim aufzulaufen.

 

 

Quelle: Adler Mannheim