Mannheim will Tabellenspitze zurück

 

GER - Mannheim, Germany, April 22: During the German Hockey Bundesliga women match between Mannheimer HC (blue) and Club an der Alster (red) on April 22, 2017 at Am Neckarkanal in Mannheim, Germany. Final score 1-1 (HT 1-0).  Charlotte Gerstenhoefer #28 of Mannheimer HC Foto © PIX-Sportfotos *** Foto ist honorarpflichtig! *** Auf Anfrage in hoeherer Qualitaet/Aufloesung. Belegexemplar erbeten. Veroeffentlichung ausschliesslich fuer journalistisch-publizistische Zwecke. For editorial use only. (PIX-Sportfotos /Dirk Markgraf)

Charlotte Gerstenhoefer #28 of Mannheimer HC Foto © PIX-Sportfotos *** Foto ist honorarpflichtig! ***

Playoff-Rennen bleibt ebenso spannend wie der Abstiegskampf

Mit Ausnahme der vier Hamburger Vereine müssen am bevorstehenden Spielwochenende alle Teams

wieder doppelt ran. Dabei hat der Mannheimer HC die Chance, sich die Tabellenspitze zurückzuerobern und dabei im Duell mit dem Düsseldorfer HC unter Umständen sogar einen direkten Konkurrenten weiter zu distanzieren. Im Abstiegskampf könnte Rüsselsheim seine Situation weiter verbessern und dabei womöglich den zweiten Berliner Verein wieder mit unten reinziehen.

Beim Mannheimer HC hatte man sich schon daran gewöhnt, den Platz an der Spitze innezuhaben. Jetzt würde man ihn aber auch gern wieder zurückhaben, auch wenn das nicht das Wichtigste für Trainer Philipp Stahr ist: „Das große Ziel ist das Final Four, Platz eins wäre das i-Tüpfelchen, das man aber natürlich auch erreichen möchte, wenn man schon so nah dran ist. Aber wir haben es ja nach wie vor in der eigenen Hand.“ Zuletzt im Topspiel in Köln habe man bewiesen, dass man mittlerweile auch in Topspielen absolut bestehen kann. Das will man nun auch im Heimspiel gegen Düsseldorf bestätigen. „Das Hinspiel war ein bisschen kurios, aber da haben wir gewonnen“, erinnert sich Stahr. „Ich denke aber, das wird wieder ein Gegner auf Augenhöhe, auch wenn womöglich der Druck auf Seiten des DHC ein Stück größer sein wird und wir vielleicht etwas befreiter aufspielen können.“ Sonntag in Lichterfelde sei es dann eher eine Pflichtaufgabe, die „wir aber trotzdem akribisch angehen werden. Auch gegen die T eams vom T abellenende muss man seine Hausaufgaben machen.“ Stahr hat einige angeschlagene Spielerinnen im Kader, aber zuletzt hätten sich auch die jungen Talente gut präsentiert.

Für den Düsseldorfer HC, der in der Rückrunde erst einmal hat Punkte abgeben müssen – ausgerechnet bei Verfolger Club an der Alster – ist wohl vor allem das Spiel in Mannheim am Samstag Richtung weisend. Punktet man dort, hält man Alster auf Abstand. In Rüsselsheim tags darauf darf man sich dann auf gar keinen Fall einen Ausrutscher erlauben, denn die Konkurrenz aus Hamburg dürfte nur auf einen Patzer warten.

Alster selbst muss an diesem Wochenende nur einmal ran, reist dafür nach München. „Das ist ein ganz wichtiges Spiel für uns. Da dürfen wir uns eigentlich keinen Ausrutscher erlauben, wenn wir den Druck auf Düsseldorf ernsthaft aufrecht erhalten wollen“, weiß Trainer Jens George. „Das Hinspiel gegen den MSC war etwas glücklich für uns. Wir sind also gewarnt – auch aus den Erfahrungen der letzten Jahre. Das ist vielleicht das härteste Spiel unter den noch ausstehenden. Da müssen wir eigentlich mehr investieren und die größere Willenskraft zeigen als der MSC, der ja aber auch noch in der Vorbereitung auf seinen Europapokal steckt.“ Die personelle Situation hat sich nicht verbessert. „Mehr als 17 Spielerinnen habe ich aktuell nicht zur Verfügung.“

Für München ist im Tabellen-Niemandsland der große Druck zwar schon längst weg, doch die Vorbereitung auf den Europapokal auf der eigenen Anlage an Pfingsten sollte dafür sorgen, dass die Spannung im Team aus der bayrischen Hauptstadt nicht abfällt. Die Form scheint beim MSC aktuell aber zu passen. Gegen Düsseldorf war man dicht dran am Punktgewinn, Großflottbek hatte man zuletzt deutlich in die Schranken gewiesen.

Der Großflottbeker THGC sieht an diesem Wochenende beim Spiel in Mülheim noch einmal eine realistische Chance auf Punkte, bevor man dann nur noch gegen die Topteams spielen muss. „Ich denke, Mülheim ist nochmal ein Gegner in unserer Reichweite. Wenn wir noch Punkte holen wollen, ist die Chance an diesem Wochenende wohl am größten“, so Trainer Michael Behrmann. Im Gegensatz zum Hinspiel kann der Coach personell beinahe aus dem Vollen schöpfen, und auch in der Vorbereitung auf die Rückrunde war das Spiel ein knappes gegen den HTCU.

Auswärts lief es für die Uhlenhorsterinnen zuletzt eher durchwachsen, aber das Restprogramm in dieser Saison wird ja auf eigenem Platz absolviert. Wie für alle Teams im Mittelfeld, so geht es auch für den HTCU praktisch um nichts mehr, als darum, die ohnehin gute Bilanz des Aufsteigers noch ein wenig aufzupolieren. Gegen Großflottbek dürfte das absolut im Bereich des Machbaren liegen, hatte man doch bereits das Hinspiel – auswärts – mit 3:1 für sich entscheiden können.

Auch beim UHC Hamburg weiß man, was am Sonntag im Duell bei Uhlenhorst Mülheim auf einen zukommen kann. „Die haben uns im Hinspiel gut gefordert, auch wenn das Ergebnis am Ende klar war“, erinnert sich Trainer Claas Henkel. „Die werden jetzt sicher nicht schlechter geworden sein, haben zumindest zuletzt gegen Düsseldorf und Köln einen guten Eindruck gemacht.“ Dennoch: Für den UHC läuft es in der Rückrunde nach Plan. „Wir haben unser Ziel, nach Ostern durchzupunkten, ganz gut erfüllt. Und darauf liegt auch der Fokus für dieses Wochenende. Ich denke, wenn wir in Mülheim den wichtigen Dreier holen, dann sind wir wohl so gut wie durch, was die Endrunde angeht.“

Mit Rot-Weiss Köln tritt einer der heißesten Final-Four-Kandidaten zwei Mal in Berlin an an diesem Wochenende. Vielleicht zwei Spiele der Kategorie Pflichtaufgabe, aber Trainer Markus Lonnes warnt auch: „So eng, wie es da oben ist, darfst Du Dir keinen Ausrutscher erlauben, sonst wird das brutal bestraft. Deshalb müssen und werden wir alles daransetzen, mit sechs Punkten aus Berlin heimzukehren.“ Vor allem den BHC sieht er „in der Rückrunde deutlich gefestigter. Nach einem etwas weniger guten letzten Wochenende werden die vor eigenem Publikum eine Reaktion zeigen wollen.“ Auch TuSLi müsse erstmal gespielt werden, zumal die nicht mehr den großen Druck hätten und sich zuletzt außerdem ein Erfolgserlebnis geholt haben.

Der BHC war am vergangenen Spieltag in Düsseldorf und auch zuvor beim UHC nahezu chancenlos, hat sich allerdings gegen die Konkurrenz in Reichweite stark präsentiert und wird auch an diesem Wochenende versuchen, Punkte gegen den nur noch entfernt drohenden Abstieg zu sammeln. Ein Sieg gegen Rüsselsheim am Samstag wäre dabei praktisch bereits die halbe Miete, Punkte gegen Köln am Sonntag hingegen ein schöner Bonus. Punkte aus den Partien gegen Köln und Mannheim wären für TuS Lichterfelde schon beinahe sensationell, doch nach einer bislang ernüchternd verlaufenen Rückrunde konnte man nach dem Sieg im Abstiegsduell gegen Rüsselsheim am vergangenen Wochenende sicher neue Hoffnung schöpfen, auch wenn der Weg, noch die Klasse zu halten, sicher ein weiter ist.

Für Rüsselsheim sind die Erinnerungen an die Hinspiele gegen den Berliner HC und Düsseldorf sicher nicht die besten, gab es da schließlich nichts zu holen. Und auch die knappe Niederlage bei TuSLi hat den Hessinnen sicher einen Dämpfer versetzt. Doch es heißt vor allem am Samstag volle Konzentration, denn mit einem Dreier beim BHC könne man nicht nur die eigene Ausgangslage verbessern, sondern auch den BHC selbst wieder etwas tiefer in das Thema Abstiegskampf mit reinziehen. Mal abgesehen davon, dass man dann auch beim HTHC wieder etwas nervöser werden könnte. Düsseldorf am Sonntag dürfte dann vermutlich eine Klasse zu stark sein.

So sehr unter Druck sieht man sich beim Harvestehuder THC allerdings gar nicht, wie Trainer Tomasz Laskowski unterstreicht, auch wenn sein Team in der Rückrunde weiter auf der Jagd nach dem ersten Sieg ist. „Es sind noch vier Spiele, und wir haben es absolut in der eigenen Hand, die Entscheidung zu unseren Gunsten herbeizuführen. Wenn wir an unsere Leistung vom letzten Wochenende gegen den UHC, wo für uns mehr drin war, anknüpfen können, ist München am Sonntag ein Gegner, den wir schlagen können. Das war auch im Hinspiel deutlich zu sehen, wo wir kurz vor Schluss erst noch den Ausgleich kassiert haben.“

Quelle: die hockey agentur