Vollgepackt mit spannenden Spielen

NED - Eindhoven, Netherlands, April 17: During the Euro Hockey League KO8 men hockey match between Wimbledon (white) and Mannheimer HC (red) on April 17, 2017 at HC Oranje Rood in Eindhoven, Netherlands. Final score 5-3 SO (HT 1-2, 2-2). Guido Barreiros #26 of Mannheimer HC, Danny Nguyen #22 of Mannheimer HC beim Spiel Wimbledon - Mannheimer HC. Foto © PIX-Sportfotos *** Foto ist honorarpflichtig! *** Auf Anfrage in hoeherer Qualitaet/Aufloesung. Belegexemplar erbeten. Veroeffentlichung ausschliesslich fuer journalistisch-publizistische Zwecke. For editorial use only. (PIX-Sportfotos /Dirk Markgraf)

Guido Barreiros #26 of Mannheimer HC, Danny Nguyen #22 of Mannheimer HC beim Spiel Wimbledon – Mannheimer HC. Foto © PIX-Sportfotos *** Foto ist honorarpflichtig! ***

Krefeld muss zwei Verfolger abwehren / Abstiegsfrage endgültig geklärt?

Auf der Zielgeraden im Rennen um den Einzug in die Endrunde kommt es für den Crefelder HTC am

bevorstehenden Spielwochenende in Mannheim gleich zu zwei Duellen gegen hartnäckige Verfolger. Doch auch die Top-Drei sollten sich keine Ausrutscher leisten. Am anderen Ende des Klassements könnte sich die Frage, wer nach dem Klipper THC ebenfalls den Gang in die Zweite Liga antreten muss, an diesem Wochenende endgültig entscheiden.

Nachdem der Crefelder HTC den Frust über die Heimniederlage gegen den Berliner HC am letzten Samstag aus den Trikots geschüttelt hat, blickt man jetzt vorsichtig optimistisch auf das wohl entscheidende Doppel-Wochenende in Mannheim. „Sicherlich hatten wir gehofft gegen Berlin zu punkten, aber die Liga ist sehr eng und wir hatten keinen guten Tag“, analysierte CHTC-Trainer Matthias Mahn. Ein Blick auf die Tabelle zeigt aber, dass die Krefelder jetzt sogar zwei nahezu perfekte Tage in Mannheim erwischen müssen, um sich am Ende des Wochenendes noch begründete Hoffnungen auf die Endrunde machen zu können, denn die beiden Mannheimer Clubs könnten anderenfalls am CHTC vorbeiziehen. „Wir erwarten zwei intensive Partien und glauben, dass wir die richtigen Schlüsse aus den letzten Spielen gezogen haben“, so Mahn. Weiter verzichten muss er auf den verletzten Niklas Wellen. Immerhin Hoffnung besteht auf den Einsatz von Routinier Marcel Balkestein.

Auch der Mannheimer HC beklagt mit Florian Woesch, Patrick Harris, Teo Hinrichs, Frederik Hillmann und Felix Schües einige verletzte Spieler, ist aber ebenso erpicht darauf, die Punkte an diesem Wochenende komplett zu holen. „Wenn wir in die Endrunde wollen, müssen wir das Spiel gegen Krefeld am Samstag gewinnen – Punkt“, fordert Trainer Michael McCann. Selbst ein Unentschieden wäre dem Australier nicht genug. Der zweite Dreier, den es dann in Lichterfelde zu holen gibt, sei gar gänzlich alternativlos. „Wenn wir die maximale Ausbeute holen, dann haben wir es in der eigenen Hand. Wenn nicht, dann wird es wohl schwer, noch unter die Top-Vier zu kommen.“

Als echte Nagelprobe, ob für den TSV Mannheim in Richtung Endrunde tatsächlich noch etwas geht, steht am Samstag zuerst das Auswärtsspiel beim Berliner HC an, der zuletzt immer stärker in Fahrt kam und am letzten Wochenende mit einem Auswärtssieg in Krefeld überraschen konnte. Erst danach dürfte man den Fokus auf das wichtige Duell auf eigenem Platz gegen den Crefelder HTC legen. Beim TSV, der sich überraschend noch in den Kreis der Endrunden-Kandidaten gespielt hat, dürfte man allerdings eher gelassen in das Wochenende gehen. Mehr Druck liegt vermutlich auf Seiten der Kontrahenten im Playoff- Rennen.

Der Berliner HC könnte sich dabei so ein wenig zum Zünglein an der Waage erweisen. Letzte Woche nahm man die Punkte aus Krefeld mit, diesmal könnte man auch für den TSVM zum Stolperstein werden. Schon im Hinspiel konnte der TSV nicht gegen die Hauptstädter gewinnen, und der BHC ist gar völlig frei von jedem Druck. So könnte man dann auch am Sonntag gegen Rot-Weiss Köln recht befreit aufspielen und sich zumindest teurer verkaufen als beim 0:4 im Hinspiel. An einem guten Tag ist der Berliner HC für nahezu jedes Team eine ernstzunehmende Herausforderung. Das hat das Team von Coach Frank Hänel in der Rückrunde oft bewiesen, auch wenn nicht immer auch die Punkte dafür auf die Habenseite kamen.

Bereits am Freitagabend dürfte es im Hamburger Derby zwischen dem Harvestehuder THC und dem UHC Hamburg ein intensives und – wie so oft – wohl auch ein emotionales Spiel geben. Schon im Hinspiel war die Schlussphase eine dramatische. Beim UHC Hamburg setzt man sich – wo sowohl Endrunde als auch Abstieg kein Thema mehr sind – mittlerweile andere Ziele: „Wenn wir am Freitag gegen den HTHC gewinnen, dann sind wir zumindest Hamburger Meister“, rechnet Coach Kais al Saadi vor. „Wir hoffen, dass es gegen einen HTHC in aktuell Topform wieder so eng werden kann.“ Natürlich sei sein Team weder am Freitag beim HTHC noch am Sonntag in Mülheim Favorit, doch „der Sieg letzte Woche gegen Alster war verdient, und es hat sich wirklich gut angefühlt, den Platz mal wieder mit einem Lächeln zu verlassen.“

Dem Harvestehuder THC hat am vergangenen Wochenende das Spiel gegen Uhlenhorst Mülheim „die Augen geöffnet“, wie Trainer Christoph Bechmann beschreibt. „Die waren in allen Belangen besser. Von daher war das sogar gut und wichtig, mal aufgezeigt bekommen zu haben, wo es noch hakt. Das sollte uns jetzt nicht mehr passieren.“ Am Freitagabend erwartet er gegen den UHC ein ähnlich enges Spiel wie in der Hinrunde, zumal sich der Gegner zuletzt gegen Alster gut präsentiert habe. Und auch Sonntagsgegner Nürnberg, mit dem man sich noch nicht richtig beschäftigt habe, sei gefährlich. „Immerhin haben die den UHC und den BHC schlagen können.“ Das Hinspiel war mit 7:1 zwar eine klare Angelegenheit gewesen, „aber die Karten werden neu gemischt.“

Mit einer ganz starken Rückrunde hat sich der Nürnberger HTC wohl frühzeitig von allen Abstiegssorgen befreit und kann nun vergleichsweise gelassen die restlichen Spiele der Saison angehen. Dabei können die Franken durchaus noch auf den einen oder anderen Zähler hoffen. Zumindest am Samstag im Heimspiel gegen die aktuell sehr wechselhaften Alsteraner ist das absolut im Bereich des Möglichen. Der HTHC am Sonntag ist dann sicher nochmal ein anderes Kaliber, wie das Hinspiel deutlich gemacht hatte, aber da war der NHTC auch noch nicht in so guter Form wie in einigen der letzten Partien.

Weiter ganz klar auf Kurs Endrunde und Hauptrunden-Meisterschaft steuert Titelverteidiger Rot-Weiss Köln. „Die Tendenz ist absolut positiv“, bescheinigt Trainer André Henning seinem Team. „Die Stimmung ist locker und entspannt, auch wenn wir im Moment nicht wenige angeschlagene Spieler haben. Wir hatten nach der EHL einen kleinen Durchhänger, aber mittlerweile ist die richtige Anspannung wieder da.“ Mit sechs Punkten aus Berlin wäre die Qualifikation zur Endrunde schon perfekt gemacht, und auch für Platz eins sähe es dann schon sehr gut aus. „Wie immer geht es aber nicht nur um Ergebnisse, sondern auch um die Weiterentwicklung mit Blick auf die Endrunde. Und so leicht werden die beiden Aufgaben in Berlin auch nicht“, warnt Henning. Die muss man dann auch ohne Mathias Müller, Timur Oruz, Christopher Rühr, Florian Scholten, Kai Aichinger, Max Werner und Joshua Delarber angehen.

Befreit nach der endgültigen Abstiegsentscheidung hat der Klipper THC beim Club an der Alster seinen zweiten Punktgewinn eingefahren. „Ob das daran gelegen hat, weiß ich gar nicht“, so Co-Trainer Christian Blunck. „Es haben mal einige Sachen – wie zum Beispiel die Chancenverwertung – gut funktioniert. Das war auch notwendig, um uns nach dem Debakel gegen Nürnberg zu rehabilitieren.“ In Mülheim sei die Sache mit den Punkten vermutlich wieder etwas schwieriger. „Da wird es für uns wohl eher darum gehen, uns ordentlich aus der Affäre zu ziehen und den Schaden zu begrenzen“, vermutet Blunck sogar, auch weil zum Beispiel mit Tom Mieling und Phillip Fröschle zwei wichtige Spieler in der Defensive fehlen werden.

Beim Club an der Alster ist man nach dem letzten Spielwochenende enttäuscht, und auch das Thema Playoffs ist wohl keines mehr. „Da müssten schon sehr viele Dinge zu unseren Gunsten laufen, dass das noch was wird“, si Trainer Russell Garcia. „Aber Sport ist Sport! Wir wollen noch so viele Punkte wie möglich holen und legen dafür den Fokus erstmal auf das nächste Spiel in Nürnberg, die ja einen guten Lauf haben, und gegen die ich ein anderes Spiel erwarte als noch im Hinspiel.“ Abgesehen davon findet Garcia, dass die Spieler schon nach vorn schauen sollten und die letzten Spiele dieser Saison auch bereits als Vorbereitung auf die nächste nutzen sollten. Lenny Wolbers und Niklas Bruns werden dies allerdings von der Seitenlinie aus tun müssen.

Noch keinen Blick für die nächste Saison dürfte man selbstredend beim HTC Uhlenhorst haben. Die Mülheimer haben sich eine hervorragende Ausgangsposition im Playoff-Rennen erarbeitet und könnten an diesem Wochenende einen großen Schritt in Richtung Endrunde machen. Dabei müsste ein Dreier im Heimspiel gegen Schlusslicht Klipper beinahe eingeplant sein. Gegen den UHC ist das eine andere Sache. Da hatte man im Hinspiel etwas unglücklich verloren, was diesmal – zumal auf eigenem Platz – wohl tunlichst vermieden werden soll.

Vermutlich hat man sich mit dem Gedanken an den drohenden Gang in die Zweite Liga bei TuS Lichterfelde bereits angefreundet, denn dass die Entscheidung an diesem Wochenende in den Spielen gegen Meister Köln und EHL-T eilnehmer Mannheimer HC noch hinausgezögert werden könnte, ist zumindest zweifelhaft. Dennoch wird es für TuSLi darum gehen, sich auf seinem neuen Platz teurer zu verkaufen als in den jeweiligen Hinspielen, die jeweils deutlich an die Favoriten gegangen waren.

Quelle: die hockey agentur